Wir haben nur diese eine Natur. Es gibt keinen zweiten Wald, keinen Ersatzfluss und keinen Plan B für Luchs, Biber oder Gänsegeier. Deshalb stellen wir die Natur in den Mittelpunkt der Photo+Adventure 2026, gemeinsam mit Christine Sonvilla, Marc Graf und Karl Füsselberger.
Nur diese eine Natur
Für viele von uns beginnt die Fotografie draußen: beim Reh am Waldrand, beim Nebel über der Au, auf Reisen in ferne Länder. Die Natur ist unser liebstes Motiv. Sie ist aber viel mehr als das. Sie schenkt uns sauberes Wasser, Luft zum Atmen und fruchtbare Böden, sie ist Lebensraum für unzählige Arten und Erholungsort für uns Menschen. Sie ist unglaublich wertvoll. Und sie ist verletzlich.
Wie verletzlich, zeigt ein Blick vor die eigene Haustür. Laut WWF wurden in Österreich seit 2020 über 1.300 geschützte Wildtiere getötet, durch Wildtierkriminalität oder behördliche Abschussverordnungen. Gleichzeitig kehren große Beutegreifer wie Luchs, Wolf und Bär nach Mitteleuropa zurück. Damit stellt sich die Frage, wie viel Wildnis wir zulassen wollen.
Die Kamera kann hier etwas bewegen. Sie gibt jenen eine Stimme, die nicht für sich selbst sprechen können. Ein starkes Bild macht sichtbar, berührt und bringt Menschen im besten Fall zum Handeln. Gleichzeitig wächst der Tourismus rasant, die Bilderflut wird immer größer, und Künstliche Intelligenz verwischt die Grenze zwischen echt und generiert. Hat das stehende Bild noch genug Kraft? Und was kann es heute für den Schutz unserer Natur leisten?
Gemeinsam für die Natur
Diesen Fragen gehen wir nicht allein nach. Christine Sonvilla ist Meeresbiologin, Marc Graf Ökologe. Seit über 15 Jahren fotografieren und filmen die beiden Wildtiere, ihre Bilder sind in National Geographic erschienen, ihre Filme laufen unter anderem auf ORF, ARTE und NatGeo TV. Marc wurde mehrfach beim Wildlife Photographer of the Year ausgezeichnet. Mit ihrer Produktionsfirma Bear Me in Mind Productions setzen sich die beiden vor allem für den Natur- und Artenschutz ein.
Karl Füsselberger leitet die Wiener Fotoschule und hat seit 2011 über 8.000 Menschen für die Fotografie begeistert. Fotografie und Natur verbindet er seit Jahren, auch als zertifizierter Wanderführer. Bei beiden Podiumsdiskussionen führt er durch das Gespräch.
Gemeinsam mit den dreien haben wir den Themenschwerpunkt entwickelt. Das Ergebnis: ein Fotowettbewerb, eine Fotoausstellung, zwei Podiumsdiskussionen und vier Fachvorträge, die zeigen, was Fotografie für die Natur leisten kann, und die darauf aufmerksam machen, was auf dem Spiel steht.
Das Programm zum Schwerpunkt
Alle Programmpunkte sind im Messeeintritt enthalten, buchen musst du nichts. Hier stellen wir sie dir einzeln vor.
Born to be wild: Wild sein ist kein Verbrechen
Fotoausstellung · Samstag und Sonntag, ganztägig · Eingangsfoyer
Biber, Fischotter, Luchs und Co. sind für unsere Ökosysteme enorm wichtig. Christine und Marc zeigen in ihrer Ausstellung Chancen für ein Miteinander, wo andere nur Hindernisse sehen. Dafür bündeln sie ihre Kräfte mit dem WWF Österreich und dessen Kampagne „Born to be wild“, die auf das aus dem Ruder gelaufene Töten geschützter Wildtiere aufmerksam macht. Die Botschaft ist klar: Wild sein ist kein Verbrechen.

Lasst sie leben! Eine Petition des WWF
Wilde Tiere prägen und erhalten unsere Natur. Trotzdem wird in Österreich laut WWF jeden zweiten Tag ein geschütztes Tier getötet: Greifvögel werden vergiftet, Wölfe erschossen, Fischotter und Biber sterben in Fallen. Selbst Behörden genehmigen immer wieder pauschale Tötungen geschützter Arten, obwohl das dem EU-Recht widerspricht. Mit der Petition „Wild sein ist kein Verbrechen. Lasst sie leben!“ stellt sich der WWF dagegen. Wir unterstützen sie aus voller Überzeugung. Unterschreib auch du!
Fotografie für die Natur: Wie viele Bilder braucht die Welt?
Podiumsdiskussion · Samstag, 12:00 bis 12:45 Uhr · Bühne Wintergarten
Jeden Tag entstehen unzählige neue Naturfotos. Hilft diese Bilderflut der Natur, oder nutzt sie sich ab? Welche Bilder brauchen Menschen, die in Wissenschaft und Naturschutz arbeiten, um wirksam zu kommunizieren? Was können Profis, Hobbyfotografinnen und Hobbyfotografen beitragen? Und sagt ein Bild noch immer mehr als tausend Worte, oder muss sich die Fotografie für die Natur neu erfinden?
Auf dem Podium sitzen Wildtierökologin Jennifer Hatlauf, die 2015 das Goldschakalprojekt Österreich gestartet hat, Christine Sonvilla, Martin Hartmann, Präsident des Vereins für Tier- und Naturfotografie Österreich (VTNÖ) und im Nationalpark Gesäuse für Natur- und Umweltbildung zuständig, sowie Christian Pichler, Ökologe beim WWF Österreich mit Schwerpunkt auf Bär, Wolf und Luchs. Moderation: Karl Füsselberger.

The Beauty Beyond
Fachvortrag · Samstag, 13:00 bis 13:30 Uhr · Europa 2
Der Wert intakter Natur ist sprichwörtlich unermesslich. Rupert Kogler fragt, ob gerade ihre Schönheit ein Weg sein kann, diesen Wert anzuerkennen. Denn die Natur leistet für uns weit mehr als Ästhetik. Wer sie kaum noch erlebt, entfremdet sich, und Natur wird zur Abstraktion, die man weder erkennt noch spürt. Der Natur- und Wildlifefotograf aus Linz fotografiert ausschließlich in freier Natur, ohne Anfüttern, Lockmittel oder Gehegetiere, und bearbeitet seine Bilder nur wenig.

Wild Austria: Wie viel Wildnis verträgt das Land?
Fachvortrag · Samstag, 16:00 bis 16:30 Uhr · Europa 2
Wilde Natur und große Beutegreifer kehren nach Mitteleuropa zurück, und mit ihnen Spannungen zwischen Mensch und Tier. Christine Sonvilla und Marc Graf begleiten diese Entwicklung seit über einem Jahrzehnt mit der Kamera. Anhand ihrer Bilder und Erfahrungen zeigen sie, wie Österreich mit der neuen Wildnis umgeht, und stellen eine Frage, die uns alle betrifft: Ist in unserer Landschaft und in unseren Köpfen genug Platz für wilde Natur?

Fotografie, die mehr kann
Fachvortrag · Sonntag, 10:45 bis 11:15 Uhr · Europa 1
Naturfotografie kann berühren, zum Nachdenken anregen und den Blick auf Tiere und Lebensräume verändern. Julia Altpfart zeigt dir einen bewussten und verantwortungsvollen Zugang zur Natur- und Wildtierfotografie und wie aus einzelnen Bildern größere Geschichten werden. Sie begleitet Natur- und Artenschutzprojekte mit der Kamera, zuletzt war sie im Rahmen des Medienstipendiums der Nationalparks Austria unterwegs. Es geht auch um den respektvollen Umgang mit Tieren und sensiblen Orten und um die Frage, welche Verantwortung wir als Fotografinnen und Fotografen tragen. Ihr Anspruch: zeigen, was wir noch haben, und was wir verlieren könnten. Ein Vortrag der Wiener Fotoschule.

Natur- und Wildlifefotografie: Ein Reality Check
Podiumsdiskussion · Sonntag, 12:00 bis 12:45 Uhr · Bühne Wintergarten
Wie viel Realität braucht ein Naturfoto? Wo endet Bildbearbeitung, wo beginnt Fotodesign, und was bedeutet Künstliche Intelligenz für die Natur- und Wildlifefotografie? Braucht es klare Grenzen und eine Kennzeichnung, und wie sieht die rechtliche Lage aus? Und laufen wir Gefahr, den Bezug zur wirklichen Natur zu verlieren?
Darüber diskutieren Belinda Thaler, Fotografin, Art Directorin und KI-Expertin, Marc Graf, der langjährige Medien- und Urheberrechtsanwalt Thomas Höhne und Fine-Art-Fotograf Armin Amano, der mit seinem „dark processing“-Stil die Grenzen zwischen Realität und Fantasie auslotet. Moderation: Karl Füsselberger.

Unterwasserfotografie: Warum unter Wasser vieles anders ist
Fachvortrag · Samstag und Sonntag, jeweils 13:45 bis 14:15 Uhr · Europa 2
Ein großer Teil dieser einen Natur liegt unter der Wasseroberfläche. Harald Slauschek taucht seit 1990 und fotografiert seit fast 30 Jahren unter Wasser. An konkreten Bildbeispielen zeigt er dir, warum sich dort Licht, Nähe, Bewegung, Ausrüstung, Kommunikation und Wahrnehmung grundlegend verändern, beim Schnorcheln genauso wie beim Gerätetauchen. Der Bogen reicht von Schwarzweiß als bewusster Reduktion bis zu seinem Langzeitprojekt „Between Breaths“, das du auf der Messe auch als Fotoausstellung sehen kannst.

Eure Bilder zum Thema
Und dann sind da noch eure Bilder. Beim Fotowettbewerb zum Motto „Die Natur und wir“, den wir gemeinsam mit CEWE ausgerichtet haben, habt ihr uns gezeigt, wie ihr der Natur begegnet. Die Jury, darunter auch Christine Sonvilla und Marc Graf, hat entschieden. Die 20 besten Bilder sind an beiden Messetagen als Fotoausstellung im Eingangsfoyer zu sehen. Wer gewonnen hat, erfährst du bei der Siegerehrung am Samstag um 16:30 Uhr auf der Bühne im Wintergarten.
Danke für die Unterstützung
Der Themenschwerpunkt 2026 wird unterstützt von der Wiener Fotoschule, von Bear Me in Mind Productions und vom WWF Österreich.
So planst du deinen Messetag
Alle Programmpunkte zum Schwerpunkt findest du gesammelt auf der Seite Die Natur und wir. Noch mehr Natur im Programm bietet die Journey Tiere & Natur, etwa mit Georg Popp und seinem Projekt Wiener Wildnis. Setz dir deine Favoriten auf die Merkliste, dann hast du am Messetag alles im Blick.
Zu den Tickets · Zum Themenschwerpunkt
Titelbild: Steinbock über einem Stausee · Foto: © Bear Me in Mind Productions








